Mein Schreiballtag
Vier Kinder, Haushalt, Hund, Pferd: Wie ich meinen Tag so organisiere, dass das Schreiben trotzdem nicht zu kurz kommt.

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Die häufigsten Nachrichten von euch bekomme ich zum Thema „Schreiballtag". Vier Kinder, Haushalt, Hund, Pferd: Mein Tag ist randvoll. Deshalb ist Organisation alles.

Mein Tag beginnt ziemlich früh: Um fünf Uhr morgens klingelt der Wecker, und ich stehe so leise wie möglich auf. Vor meiner Tür warten dann schon unsere Bengalin Luna und unser italienischer Straßenhund Ohara. Beide bekommen Frühstück. Und ich? Ich brauche erst mal einen Cappuccino. Dann geht es ab an den Esstisch, auf dem mein Laptop schon auf mich wartet. Die nächsten zwei Stunden gehören dem Schreiben.
Wichtig dabei: Ich habe mir schon am Abend vorher genau überlegt, woran ich arbeiten will. Sonst sitze ich verschlafen da und weiß nicht, wo ich anfangen soll. Für mich gilt: first things first. Denn zum „Buch veröffentlichen" gehört mehr als hinsetzen und eine Geschichte aufschreiben. Ich plotte, entwerfe meine Charaktere, arbeite am Klappentext oder am Cover, nur um dann wieder alles umzuwerfen, weil ich meistens noch tausend Dinge finde, die besser werden müssen.
Vom Groben ins Detail
Als ich das Manuskript zu Zitronenbitter geschrieben habe, bin ich vom Großen zum Kleinen gewandert. Zuerst habe ich den großen Bogen gespannt: in ein paar Sätzen die Geschichte, die ich im Groben erzählen will. Das war entscheidend: Früher habe ich einfach drauflosgeschrieben, weil ich unendlich viele Ideen hatte, und irgendwann den roten Faden verloren. Genau deshalb steht heute am Anfang das Grundgerüst. Danach plotte ich Kapitel für Kapitel: Was passiert wann, wie entwickeln sich meine Figuren, wo baue ich Twists und Andeutungen ein, die ich später brauche.
Und dann beginnt das Schreiben, mein liebster Teil. Wenn ich schreibe, bin ich komplett in dieser Welt. Natürlich tun meine Figuren dabei manchmal Dinge, die ich gar nicht so geplant hatte, und das dürfen sie auch. Das Schreiben bleibt für mich ein organischer Prozess: Die Geschichte wächst und entfaltet sich, manche Wendungen entstehen erst mittendrin.
Die Romanbibel als Anker
Eines ist mir trotzdem heilig: alles in einer Romanbibel festzuhalten. Sonst verzettele ich mich. Denn auch wenn man es kaum glaubt: Augenfarben, Alter oder die Automarke, die man seiner Figur verpasst hat, sind schneller vergessen, als man tippen kann.
Und das Schönste? Der Moment, wenn das letzte Kapitel steht. Denn sobald das Rohgerüst fertig ist, ist alles andere „nur noch" Bearbeitung. Aber ehrlich: Die hat es in sich. Stil, Figuren, Plot, Logik, Rechtschreibung: ein ganzer Berg an Korrekturen, und mit einem Durchgang ist es leider nicht getan.
Das Wichtigste aber: Ich genieße meinen Schreiballtag von Herzen. Denn nichts erfüllt mich so sehr, wie meine Geschichten und Figuren zum Leben zu erwecken.
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